Die kurze Antwort: Das Material reißt selten — der Untergrund schon
Eine 2–3 mm dünne Beschichtung hat physikalisch keine Wahl: Sie folgt jeder Bewegung des Untergrunds, auf dem sie haftet. Dehnt sich der Estrich, wandert die Bewegung nach oben; reißt der Estrich, zeichnet sich der Riss früher oder später an der Oberfläche ab. Das ist keine Schwäche des Mikrozements — es gilt für jede dünnschichtige Beschichtung, von der Fliese über den Spachtelboden bis zum Epoxidharz.
„Ich habe noch keinen Mikrozement gesehen, der von selbst gerissen ist — aber viele Untergründe, die man so nie hätte beschichten dürfen“, sagt Malermeister Eren Kaya. Diese Unterscheidung ist der Schlüssel zum ganzen Thema: Die Frage ist nicht, ob das Material hält, sondern ob der Untergrund geprüft, vorbereitet und mit den richtigen Sicherungen aufgebaut wurde.
Für Sie als Auftraggeber heißt das konkret: Die Risssicherheit entscheidet sich vor der ersten Spachtellage — bei der Untergrundprüfung, der Armierung und dem Umgang mit den Fugen. Ein Angebot ohne Besichtigung ist deshalb bei diesem Thema ein Warnsignal.





